Bürger gegen Fluglärm
(Allgäu Airport, Memmingen)

 

 

 

 

 

Aktuell

20.6.2011

Allgate-Bilanz 2010: "Momentaufnahme" oder Zeugnis einer Pleite?

Die Allgate GmbH bietet Flughafendienstleistungen am Allgäu Airport. Sie ist eine Tochterfirma des Flughafens und hat den gleichen Geschäftsführer, Herrn Ralf Schmid. Ein Blick in die letzte Bilanz verwundert. Im Anhang heißt es:
"Die Gesellschaft weist bei einer Bilanzsumme von Euro 103.797,60 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von Euro 9.147,12 aus. Die Gesellschaft ist damit bilanziell überschuldet."
Und weiter:"
"Die Gesellschaft geht jedoch davon aus, dass eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinne nicht vorliege, da derzeit nach den Umständen die Fortführung des Unternehmens überwiegend wahrscheinlich ist (§ 19 InsO)."

Bekanntlich ist die BI "Bürger gegen Fluglärm" davon überzeugt, daß sich der Allgäu Airport nicht wirtschaftlich betreiben läßt. Der Jahresabschluß der Servicefirmen (eine weitere hatte ebenfalls deutliche Rückgänge zu verzeichnen) darf als sicherer Hinweis darauf gewertet werden, daß auch der Airport selbst in seiner Bilanz 2010 keine positiven Ergebnisse zu vermelden haben wird.
Am Flughafen gibt man sich über diese Rückschlüsse entrüstet. Es habe sich um eine "Momentaufnahme" am Bilanzstichtag gehandelt, so Geschäftsführer Schmid. Die Verluste seien nur durch "den plötzlichen Rückzug von Air Berlin" entstanden und "längst ausgeglichen". Diese Aussagen entbehren jeglicher Logik: Wie kann es sein, daß das Eigenkapital von mehr als 84.000 € in 2010, dem Jahr mit den bisher meisten Passagieren, auf 0 € schrumpft und ein Bilanzverlust von mehr als 34.000 € (2009: 59.500 € Gewinn) entsteht? Air Berlin war 2010 noch mit zwei Linien bis Mitte bzw. Ende März und mit der letzten Verbindung immerhin bis Ende Oktober vertreten. Und im Jahr 2011, also ganz ohne Air Berlin und mit starken Rückgängen gegenüber dem Vorjahr, soll es mit Allgate plötzlich wieder aufwärts gehen? Zumindest wenn man eine normale Geschäftstätigkeit der Allgate GmbH zu Grunde legt, erscheinen die Aussagen des Herrn Schmid sehr zweifelhaft.