Bürger gegen Fluglärm
(Allgäu Airport, Memmingen)

 

 

 

 

 

Aktuell

13.3.2014

Zwischenfall am Allgäu Airport

Die MZ berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe von einem Zwischenfall am Allgäu Airport, der sich am Nachmittag des 9.3. ereignete. Die Maschine aus Berlin mußte kurz vor der Landung durchstarten.Nach Angaben eines Mitarbeiters der "Tower Company", die auf dem Airport für die Flugsicherung zuständig ist, habe eine zur Start-/Landebahn rollende Maschine eine Haltemarkierung überschritten, sich aber noch nicht auf der Bahn befunden. Dennoch habe auf Grund der geltenden Bestimmungen keine Landefreigabe erteilt werden können. Eine Gefahr für die Passagiere habe nicht bestanden, auch wenn es sich - so der TC-Mitarbeiter - um ein "nicht alltägliches Flugmanöver" gehandelt habe. Diese Formulierung läßt zumindest den Schluß zu, daß hier weitaus kurzfristiger reagiert werden mußte als bei anderen Abbrüchen des Landeanflugs, die gelegentlich vorkommen. Ein Passagier, der die Zeitung über den Vorfall informiert hatte, empfand die Situation als gefährlich, der Kapitän habe von einem Hindernis auf der Rollbahn gesprochen.

Die näheren Umstände des Sachverhalts sollen hier nicht weiter erörtert werden. Aber wir erinnern daran, daß der Allgäu Airport in der jährlich erscheinendenFlughafen-Mängelliste der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) einen "Mangelstern" erhalten hat und auch weiter erhalten wird. Grund dafür ist das Fehlen von Rollwegen zu jedem Bahnkopf, weshalb die
Runway als Rollweg zur Start- bzw. Landeposition benutzt werden muß ("Backtracking-Verfahren") und daher länger als nötig blockiert ist. Darin sieht die VC sicher nicht zu Unrecht ein erhöhtes Risiko für Unfälle auf der Start-/Landebahn ("Runway Incursions"), was zwingend zur Vergabe des Sterns führt. Ralf Schmid, seines Zeichens Geschäftsführer des Memminger Flughafens, wischt diese Bedenken in (un)schöner Regelmäßigkeit beiseite. Nach seiner Auffassung handelt es sich dabei um ein reines Kapazitäts- , aber keinesfalls um ein Sicherheitsproblem. Auch seien die Flugfrequenzen viel zu gering, als daß es da irgendein Problem geben könnte. Das oben genannte Ereignis hat gezeigt, daß diese Einschätzung falsch ist.